Das Leitbild

Der interkulturelle Ansatz des VIA ist ein wichtiger Beitrag zur Gestaltung einer integrativen Einwanderungsgesellschaft mit dem Ziel, die Potentiale und Kompetenzen von Migrantinnen und Migranten zu stärken und in die Gesellschaft einzubringen. Neben der Schaffung von Chancengleichheit zielt die Arbeit von VIA auf die Förderung von Akzeptanz und Verständnis zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Vor diesem Hintergrund ist der Verband für Interkulturelle Arbeit (VIA) ein Dachverband für Gruppen, die vor Ort und überregional in der Arbeit mit Migranten, Flüchtlingen und Aussiedlern engagiert sind. Neben der organisatorischen Funktion als vernetzende Schaltstelle zwischen Projektgruppen vertritt der Dachverband deren Interessen in Gremien und Arbeitskreisen auf bundesdeutscher, in zunehmendem Maße aber auch auf europäischer Ebene. Aus diesem Grund sind wir dabei, unsere Arbeit auch auf Einrichtungen auszuweiten, die außerhalb Deutschlands Grenzen liegen und die im Sinne unseres Selbstverständnisses arbeiten.

Zusätzlich nimmt VIA auch Aufgaben im Bereich der Beratung, der Bildungs- und Kulturarbeit sowie des Qualitätsmanagements wahr. In der Vielseitigkeit der Handlungsfelder, zu denen auch die Durchführung von eigenen Projekten gehört, spiegelt sich die ganze Bandbreite der Tätigkeiten des Bundesverbandes und seiner Mitgliedsgruppen. Dazu gehört die Arbeit von und für Migrantinnen und Migranten, für Minderheiten, die Unterstützung von Menschen ohne Papiere, die Zusammenarbeit mit dem Internationalen und dem Europäischen Freiwilligendienst, Jugend- und Kinderarbeit sowie der internationale Jugendaustausch, Frauen und Seniorenarbeit, das Eintreten gegen Rassismus und Diskriminierung, die Förderung des Ehrenamtes und schließlich die Vernetzung mit anderen Gruppen auf europäischer Ebene und weltweit.

Die Bearbeitung eines solchermaßen weiten Aufgabenspektrums erfordert die Entwicklung einer Vielzahl konkreter Aktivitäten unterschiedlichster Ausrichtung. Dazu gehören Veranstaltungen und Maßnahmen zum Meinungsaustausch, zur Information und Qualifizierung sowie die Unterstützung der Mitgliedsgruppen bei der Vernetzung, bei Projekten und der Mittelakquise. VIA ist Interessenvertretung gegenüber Parteien, Spitzenorganisationen und Regierungen.

Ziel der Arbeit auf der Verbandsebene ist es, Kompetenzen der Vereine und Projekte füreinander nutzbar zu machen und gemeinsam Themen der Integration von Migrantinnen und Migranten sowie der interkulturellen Arbeit in die politische Diskussion und Praxis auf Bundes- und Europaebene einzubringen.

Verbandsarbeit kann aber immer nur Mittel sein – im Ergebnis zielt unsere Arbeit daher auf das Individuum und seine Befähigung, ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Mit eigenen, individuellen Förderangeboten sowie durch die Unterstützung unserer Mitgliedsgruppen und anderer kooperierender Einrichtungen geht es uns letztlich darum, Fähigkeiten, Fertigkeiten und soziale Kompetenz im Lebensalltag zu fördern, Handlungsspielräume zu vergrößern, Alternativen aufzuzeigen und soziale und interkulturelle Selbsthilfepotentiale zu wecken und zu stärken.

Unser Handeln ist geleitet von dem Bewusstsein um die Realität einer in Deutschland existierenden, multikulturellen Gesellschaft und der sich daraus ergebenden Forderungen nach sozialer, politischer und gesellschaftlicher Gleichstellung aller Menschen unabhängig von kultureller und sozialer Herkunft, ökonomischer Situation, Alter, Geschlecht und sexueller Identität, Hautfarbe, Glaube, Sprache, Behinderung und Krankheit.

Unsere Vision ist eine friedliche Gesellschaft der Vielfalt auf demokratischer Grundlage, in der alle Kulturen gleichberechtigt nebeneinander und im Dialog miteinander stehen.

Unser Kulturverständnis basiert auf dem Begriff der Transkulturalität, die kulturelle Identität als einen dynamischen, durchdringenden, veränderbaren Prozess der Kulturaneignung versteht.

Unser Blick richtet sich auf eine Einwanderungspolitik, die der geschichtlichen Verantwortung Deutschlands gerecht wird.