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"Europa und die Globalisierung" - Auszüge aus der Shell-Jugendstudie 2006

22.09.2006 um 12:35

Nach wie vor verbinden Jugendliche mit Europa vorrangig positive Elemente. Neben der Freizügigkeit, also der Möglichkeit, europaweit reisen, studieren oder auch arbeiten zu können, sowie der damit verbundenen kulturellen Vielfalt wird ein vereintes Europa ebenfalls als Garant für Frieden und für mehr Mitsprachemöglichkeiten in der Welt betrachtet.

kategorie1 http://www.shell-jugendstudie.de zur Schell-Jugendstudie Kritisiert wird hingegen vor allem die Bürokratie und Geldverschwendung. Im Vergleich zur letzten Shell Jugendstudie ist die damalige "Europa-Euphorie" inzwischen allerdings einer etwas realistischeren Betrachtungsweise gewichen. Die fernere Perspektive, dass sich die europäischen Länder längerfristig zu einem einheitlichen Nationalstaat zusammenschließen sollen, befürworten nur noch 32 % der Jugendlichen, im Vergleich zu 49 % im Jahr 2002. Für einen möglichen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union (EU) sprechen sich nur 19 % der Jugendlichen aus. 61 % lehnen dies momentan ab und 20 % haben hierzu keine Meinung. Für die (damals anstehende) Osterweiterung Europas fand sich im Jahr 2002 hingegen eine Mehrheit von 44 % im Vergleich zu 32 % der Jugendlichen, die hierzu eine ablehnende Haltung artikulierten. Auf der »In und Out«-Skala hat Europa seine Platzierung bei den Jugendlichen hingegen in etwa halten können. 60 % bezeichnen Europa im Vergleich zu 62 % im Jahr 2002 nach wie vor als "in".

Differenziert und im Vergleich zur letzten Shell Jugendstudie auch mit einem besorgteren Unterton beurteilen die Jugendlichen den Prozess der Globalisierung. Hierbei fällt zuerst einmal auf, dass immerhin 24 % angeben, von Globalisierung noch nichts gehört zu haben und demnach mit dem Begriff auch nichts anfangen zu können. Insbesondere bei den Jüngeren sind offenbar noch große Wissensdefizite vorhanden, die darauf hindeuten, dass die mit diesem Prozess verbundenen Probleme und Perspektiven noch wenig reflektiert sind.

Dieser Befund ist auch deshalb so bedeutsam, weil die Globalisierung die jugendlichen Lebenswelten natürlich schon längst, etwa in Gestalt der Migration oder anhand der Berichterstattung in den Medien, erreicht hat. Im Unterschied zu Europa betonen die Jugendlichen, abgesehen von den auch hier benannten Vorteilen einer damit verbundenen größeren Freizügigkeit und kulturellen Vielfalt, stärker die möglichen problematischen Konsequenzen der Globalisierung, vor allem in Gestalt von Arbeitslosigkeit oder auch Kriminalität. Für eine etwas knappere Mehrheit steht Globalisierung für Frieden. Ein in etwa vergleichbar ausgeprägter Anteil verweist allerdings ebenfalls auf Umweltzerstörung und die aus ihrer Sicht sich weiter vertiefende Unterentwicklung. Zusammen genommen gehen 48 % der Jugendlichen davon aus, dass die Globalisierung sowohl Vorteile als auch Nachteile ("beides gleich") bringen wird. Auf vorrangige Vorteile verweisen 18 % und auf Nachteile 27 %. Im Vergleich zu 2002 ist diese Einschätzung in der Tendenz von einer etwas größeren Skepsis geprägt.


Bezüglich der Möglichkeit, den Prozess der Globalisierung zu beeinflussen, vertrauen Jugendliche vorrangig auf Internationale Organisationen, wie die UN oder an erster Stelle auf die EU. Auch den nationalen Regierungen wird diesbezüglich eine wichtige Bedeutung beigemessen. Globalisierungs-Kritiker, wie Attac, oder auch Verbraucherschutzorganisationen, wirken aus der Sicht der Jugendlichen eher als Korrektiv oder Gegenöffentlichkeit, ohne jedoch von der Mehrheit als gestaltende Kraft eingeschätzt zu werden. Gering ist hingegen das Vertrauen in die USA oder auch in China als möglichem zukünftigem globalen Zentrum.
aus Infomail Jugend für Europa: http://www.jugendpolitikineuropa.de/themen/jugendforschung/news-328.html


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