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„Migrantinnen und Migranten sollen in Deutschland in Würde alt werden können“
Auftakt in Berlin mit Open Space: Kampagne für eine kultursensible Altenhilfe

„Aufeinander zugehen – voneinander lernen“

Am 1. Oktober 2004, dem „Internationalen Tag der älteren Menschen“, startete in Berlin die Kampagne für eine kultursensible Altenhilfe „Aufeinander zugehen – voneinander lernen“ unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Renate Schmidt.
Gekommen waren neben Fachleuten der Altenhilfe und Entscheidungsträger/innen aus den Institutionen und der Politik auch MultiplikatorenIn/innen und Wegbereiter/innen für eine interkulturelle Öffnung der Altenhilfe. Mitarbeiter/innen von IKIB (Interkulturelle Kooperation für ein internationales Berlin) moderierten die Veranstaltung nach der Methode des Open Space, so dass es den 160 Teilnehmenden möglich war, gemeinsam nach Wegen und Lösungen für eine kultursensible Altenhilfe zu suchen und kreative Ansätze dafür zu erarbeiten, wie das Anliegen des Memorandum für eine kultursensible Altenhilfe Wirklichkeit werden kann.

„Migrantinnen und Migranten sollen in Deutschland in Würde alt werden können.“
Dieses bezeichnete die Parlamentarische Staatssekretärin des BMFSFJ, Frau Marieluise Beck, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, eine der Erstunterzeichnerinnen des Memorandums, als Hauptziel der „Kampagne für eine kultursensible Altenhilfe“, das sie seit Beginn der Vorbereitungsarbeiten unterstützt.
Als Gastgeber begrüßte der Präsident des DRK, Herr Dr. Seiters die Gäste und unterstrich die gesellschaftliche Verantwortung der Wohlfahrtsverbände, sich dafür einzusetzen, dass auch die älteren Migranten/innen entsprechend ihren Bedürfnissen an den Angeboten der deutschen Altenhilfe partizipieren können. Als Vertreter von Migrantenverbänden hob Herr Nadir Sevis vom Verband für Interkulturelle Arbeit e.V. (VIA) den Beitrag der jetzt älteren Migranten/innen zum wirtschaftlichen Wohlstand Deutschlands hervor. Weitere prominente Gastredner waren die Berliner Sozialsenatorin, Frau Dr. Knake-Werner, Herr Großjohann, Geschäftsführer des Kuatoriums Detusche Altershilfe (KDA) und Herr Dr. Jüttner, der die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) vertrat.
Den Startschuss für die Koffer und den Migrationsbus und damit den Auftakt für die Kampagne gab die Parlamentarische Staatssekretärin des BMFSFJ, Frau Riemann-Hanewinckel. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem Stück Berliner Kultur, Alt-Berliner Lieder, dargeboten von der Musikgruppe „Gropiuszicken“.

Bundesweite Aktionen

Wie das Motto der Kampagne „Aufeinander zugehen - voneinander lernen“ bereits ausdrückt, soll Migranten/innen der Zugang zu Angeboten der Altenhilfe erleichtert werden. Zugleich werden Einrichtungen der Altenhilfe bei der Umsetzung der kultursensiblen Altenhilfe durch Informationen und Schulungen unterstützt. Als Symbol für Wanderschaft und Migration haben die Organisatoren/innen die Materialien in Koffer gepackt. Ein Jahr lang werden sie durch Deutschland, Österreich und die Schweiz reisen und so dazu beitragen, die Prinzipien einer kultursensiblen Altenhilfe in den Einrichtungen und Diensten der Altenhilfe zu verankert.

Mit Hilfe der Kampagne soll eine bessere Vernetzung der Systeme Altenhilfe und Migrationsarbeit erreicht werden. Durch verstärkte Bekanntmachung des Memorandums für eine kultursensible Altenhilfe auch auf regionaler und kommunaler Ebene sollen weitere Unterstützer/innen in der Gesellschaft und Politik für die Idee der kultursensiblen Altenhilfe gewonnen werden. Die Ideenpalette ist vielfältig: Sie reicht von Informationsständen auf Fachmessen, Krankenhäusern und Altenheimen bis hin zu interkulturellen Tanz- und Kunstworkshops.

Über 60 Verbände und Institutionen sind an den Aktionen der Kampagne beteiligt, die ein Jahr dauern und im Dezember 2005 enden werden. Parallel dazu wird die Kampagne auch in der Schweiz und Österreich durchgeführt. Mit der Kampagne sollen Dienste und Einrichtungen der Altenhilfe unterstützt werden, sich auf die Bedürfnisse Zugewanderter mit oft lückenhaften Deutschkenntnissen, anderen Ess- und Lebensgewohnheiten und fremden religiösen Bräuchen auszurichten. Schließlich leben zurzeit allein in der Bundesrepublik ca. 600.000 MigrantInnen, die älter als 60 Jahre sind. Ihr Anteil wird wachsen: bis 2010 rechnen Fachleute schon mit rund 1,3 Millionen Zugewanderten, im Jahre 2030 werden es wahrscheinlich rund 2,8 Millionen sein. Diese Menschen werden eine angemessene Hilfe und Pflege benötigen. Darüber hinaus soll auch der Blick geschärft werden für besondere Bedarfe von Menschen und Randgruppen mit unterschiedlichen sozialen, kulturellen und geschichtlichen Prägungen, wie beispielsweise Menschen die im Nationalsozialismus traumatisiert und verfolgt wurden.

Schauen Sie auf unsere Homepage: www.kultursensible-altenhilfe.de und www.kultursensible-altenhilfe.net


Dragica Baric-Büdel Bonn, den 07.10.2004
Referentin für Interkulturelle Altenhilfe
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